Landesausschuss
für Innere Mission
Berliner Str. 148
14467 Potsdam
de witt dohrn janßen
Planung und Bauleitung
KG 200 – 700
netto 4,61 Mio. EUR
14 Monate
9.190 m²
11.540 m³
1.360 m²
Neubau eines Evangelischen Seniorenzentrums als Alten- und Pflegeheim auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Lindow mit integrierter Tagespflege und betreutem Wohnen in Einzel- und Doppelapartments. Ensemblewirkung mit vorhandener historischer Bausubstanz.
Die Klosteranlage Lindow wurde im 13. Jahrhundert durch den Prämonstratenser-Orden gegründet. Im Jahre 1947 wurde das evangelische Feierabend- und Pflegeheim auf dem Gelände der Klosteranlage etabliert. Die Trägerschaft liegt heute bei dem "Landesausschuss für innere Mission" (LAFIM).
Das Heim sollte im Zuge des Altenpflegeheim-Bauprogramms des Landes Brandenburg erweitert werden.
Die Lage des Neubaus im westlichen Grundstücksbereich ist bedingt durch seinen respektvollen Abstand zu den zum Teil denkmalgeschützten Altbauten. Der Gesamtkomplex ist als U-förmige Anlage mit Öffnung zur "Straße zum Kloster" konzipiert. Diese Form ermöglicht eine Erschließung von der vorhandenen Straße.
Grundlage des Entwurfs war der Gedanke, nicht einen großen Baukörper zu schaffen, sondern einzelne "Wohnhäuser", die den Bewohnern Geborgenheit und Identifikationsmöglichkeiten bieten, die Orientierung ermöglichen und sich dabei maßstäblich in die sensible Uferlandschaft mit teilweise historischen Gebäuden einfügen.
Helle Putzflächen, rote Satteldächer mit kleinen Dachgauben und massive, teilweise rückversetzte, Erdgeschosswände schaffen ein Gebäude, das sich gut in die bauliche Umgebung des Seeufers einpasst, ohne seine Eigenständigkeit aufzugeben.
Im Schwerpunkt des Gebäudes liegt erdgeschossig die Eingangshalle mit angegliederter Information und Verwaltung. Im Ostflügel schließen sich Speiseraum, Küche und Cafeteria zur Seeseite hin an. In den beiden westlichen Häusern befindet sich die Tagespflege sowie der Service- und Personalbereich. Über zwei Treppenhäuser mit dazugehörigen Aufzügen sind die beiden Obergeschosse und der Abstellbereich im Spitzboden erschlossen.
Die 70 Bewohner sind auf zwei Stationen (Bereiche) aufgeteilt, wobei jede Station pro Geschoss in vier Wohngruppen untergliedert ist. Jeweils im mittleren Haus sind die Stations-Einrichtungen angeordnet.
Jede Wohngruppe hat ihren eigenen Aufenthaltsbereich mit Teeküche und Loggia. Der Dachboden wird als Abstellraum genutzt, die Technikräume sind im Kellergeschoss untergebracht.
Mit dem Neubau des Altenpflegeheimes in Lindow wird eine bestehende soziale Einrichtung den heutigen Anforderungen und dem gestiegenen Bedarf angepasst. Dieses "Haus der Älteren" liegt in landschaftlich sehr reizvoller Lage und dabei doch nicht abseits, sondern ideal zwischen dem Ortszentrum und dem "historischen Kern", dem Kloster.
Durch seine "offene Gestaltung" soll das Haus an dieser Stelle nicht nur Heimstatt der Bewohner sein, sondern sich zu einem Ort der Begegnung entwickeln.

