Staatsbad Norderney GmbH
Am Kurplatz 3
26548 Norderney
Planungsgemeinschaft
AIP-Ralf Krause
Willy-Brandt-Allee 31c
23554 Lübeck
Architekturbüro Brune
Schwachhauser Heerstraße 88
28209 Bremen
de witt janßen partner
Architekten und Ingenieure
KG 200 – 700,
netto 8 Mio. EUR
ca. 10 Monate / 2005
26.323 m³
262 m²
Bereits seit 1931 bestand das älteste europäische Hallenwellenbad auf Norderney. Im Jahre 1991 wurde der Altbau zu einem Kurmittel-Anwendungsbereich und Funktionstrakt umgenutzt und ein neues Hallenwellenbad angebaut. Nach div. Kostendämpfungs-Reformen im Gesundheitswesen lagen weite Bereiche des Funktionstraktes brach und belasteten dadurch das eigentlich sehr attraktive Freizeitbad. Notwendige konzeptionelle Änderungen - und damit verbundene bauliche Eingriffe - boten die Chance, Hallenwellenbad und Kurmittelhaus zeitgemäß zu attraktivieren, dem veränderten Anspruchsdenken und Nutzerverhalten anzupassen und somit als wichtige Infrastruktureinrichtung konzeptionell und funktional für die nächsten Jahrzehnte zu etablieren.
Das alte Hallenwellenbad sollte, unter Einbeziehung eines Funktionsbereiches für das Spaßbad, eine gestalterische Aufwertung erfahren und um einen Wellnessbereich ergänzt werden. Der ursprüngliche Bauhausstil des Altbaus sollte wiederaufleben und die traditionelle Kuranwendung in ein modernes Thalassozentrum überführt werden.
Das bade:haus Norderney liegt in zentraler Ortslage direkt am Kurplatz. Mit dem ehemaligen Bazargebäude, jetzt Rathaus, und dem sanierten Conversationshaus bildet das bade:haus ein Ensemble klassischer Bäderarchitektur, wie es auf den Nordseeinseln sonst nicht zu finden ist. Bedingt durch die innerstädtische Lage fungiert die Eingangshalle des Badehauses als Marktplatz für Gesundheits-, Wellness- und Freizeitangebote. Jeder Gast findet auf den unterschiedlichen Ebenen sein spezifisches Angebot. Zukünftig ist das bade:haus angelegt für einen direkten Zugang zu einem 5-Sterne-Hotel, das auf einem angerenzenden Grundstück entwickelt werden kann.
Die außergewöhnlich geradlinige Bauhausarchitektur wurde bei der Innenraumgestaltung konsequent weitergeführt. Naturstein-Oberfächen, warme Holztöne, bernsteinfarbenes Licht hinterleuchteter Onyx-Steinscheiben geben den Räumen eine beruhigende Atmosphäre. Das virtuose Spiel aus Licht, Schatten, Geräuschen und den Reflexionen der Wasseroberflächen in Verbindung mit dem grünlich schimmernden Naturstein bilden einen angenehmen Kontrast zu der Geradlinigkeit der Räume. Die Lichtstimmungen und Farbnuancen spiegeln den Charakter der Insel wieder und sind Bausteine für das Wohlbefinden. Sie machen das bade:haus zu einem besonderen Erlebnis für Körper, Geist und Seele.
3 Massageräume, 4 Meerwasserwannen, Meerwasser-Bewegungsbecken (32 °C), Feuerbad (42 °C), Kaltbad (14 °C), Salzbad (36 °C, Solegehalt wie im Toten Meer), Außenbecken (34 °C), Meerwasserdampfbad, Wasserfallduschen (6 m Höhe), Ruhebereiche, Heißer Stein (beheizte Ruhefläche)
3 Massageräume, 4 Softpackliegen für Schlickbehandlungen, privater Spa-Raum, Schlammbad (Dampfbad), Waschbad mit Heißen Steinen und Meerwasserberieselung, Dampfsauna, Sauna (90 °C), Sanarium ( 55 °C), Kelo-Außensauna, Wärmeliegen, Ruhezonen im Innen- und Außenbereich, Fußwarmbecken, Lounge.
Für die Umsetzung des Planungskonzeptes war die Nutzung der vorhandenen Bausubstanz von entscheidender Bedeutung. So war es möglich, die besonderen baulichen Qualitäten des Gebäudes, wie z. B. das Bewegungsbecken und die Eingangshalle, weiter zu nutzen und kostenintensive Eingriffe in die konstruktive Struktur des Gebäudes weitestgehend zu vermeiden. Alle vorhandenen Treppenhäuser und Aufzüge blieben erhalten und wurden sinnvoll in die neue Nutzung integriert.
Das bade:haus norderney und das Erlebnisbad „Die Welle“ werden unabhängig voneinander betrieben. Innerhalb des bade:hauses werden die Anwendungsbereiche auf der einen Seite und die Wasser- und die Feuerebene auf der anderen Seite unabhängig voneinander genutzt. Wasser- und Feuerebenen sind unterschiedlichen Tarifzonen zugeordnet. Gleichzeitig hat der Besucher jedoch die Möglichkeit, durch ein modernes Kassensystem, alle Angebote und Bereiche des Bades fexibel nutzen zu können, ohne erneut den Kassenbereich aufsuchen zu müssen.

